
Maximum Release Factor (MRF)
Absolute Kilogrammwerte pro Jahr sind ein Irrweg.
Warum der Maximum Release Factor (MRF) ein guter Ansatz bei der Beschränkung von Cr(VI) sein kann
Im aktuellen Beschränkungsverfahren für Cr(VI) spielen die vorgeschlagenen absoluten Emissionsgrenzwerte in Kilogramm pro Standort und Jahr eine zentrale Rolle. Der VECCO und andere Wirtschaftsverbände kritisieren diesen Ansatz seit Beginn des Verfahrens.
Der Grund: Anders als beispielsweise bei der deutschen TA-Luft wird nicht allein die Konzentration an einer einzelnen Emissionsquelle betrachtet. Stattdessen werden die jährlichen Frachten aller Emissionsquellen eines Standortes addiert. Damit geraten insbesondere größere Unternehmen mit mehreren Anlagen und hohen Abluftvolumenströmen unter Druck – selbst wenn ihre Emissionskonzentrationen bei den einzelnen Schornsteinen sehr niedrig sind und die nationalen Anforderungen eingehalten werden.
Der Zielkonflikt: Arbeitsschutz versus Emission am Schornstein
Besonders problematisch ist ein bestehender Zielkonflikt im Beschränkungsentwurf der ECHA: Eine leistungsfähige Absaugung verbessert die Luftqualität am Arbeitsplatz und reduziert die Exposition der Beschäftigten. Gleichzeitig kann ein hoher Abluftvolumenstrom bei gleicher niedriger Cr(VI)-Konzentration rechnerisch zu einer höheren jährlichen Emissionsfracht führen.
Unternehmen dürfen aus unserer Sicht nicht dafür benachteiligt werden, dass sie leistungsfähige Absaugsysteme zum Schutz ihrer Beschäftigten einsetzen. Erfolg und Wachstum dürfen nicht beschnitten werden.
Mit der Alternative Option 5 (AO5) wurde deshalb im Beschränkungsverfahren von den Komitees RAC und SEAC ein anderer Ansatz vorgeschlagen: der Maximum Release Factor (MRF).
Dabei wird die jährliche Cr(VI)-Emission eines Standortes ins Verhältnis zur eingesetzten Cr(VI)-Menge gesetzt. Entscheidend ist damit nicht mehr allein die absolute Größe eines Standortes, sondern wie effizient dessen Emissionsminderung tatsächlich funktioniert.
VECCO hält diesen Ansatz grundsätzlich für sachgerechter als einen absoluten Kilogrammwert pro Standort und Jahr. Allerdings muss auch ein MRF technisch erreichbar, messtechnisch überprüfbar und sozioökonomisch verhältnismäßig sein.
Was sagt unsere Datenbank dazu?
Bei der Emission liegt die jährliche Cr(VI)-Fracht der VECCO Betriebe bei 0,22 kg Cr(VI) im Mittel und bei 2,62 kg Cr(VI) im 90% Perzentil. Nur 38,5 % der betrachteten Standorte erfüllen danach das Szenario R02; den noch strengeren Wert von R03 erreichen lediglich rund 13,4 %.
Gleichzeitig zeigt die VECCO-Datenbank beim Maximum Release Factor ein anderes Bild: Der durchschnittliche Release Factor unserer Unternehmen liegt bei 0,001 %. Die neue Vorgabe von 0,1 % erreichen über 90 % der VECCO-Betriebe.
Angewendet auf die Szenarien des Beschränkungsentwurfs von Cr(VI) ergibt sich folgendes Bild:

VECCO unterstützt daher ausdrücklich die Integration eines Maximum Release Factor von 0,1% in die Cr(VI)-Beschränkung. Ein solcher Ansatz berücksichtigt die tatsächliche Leistungsfähigkeit der Emissionsminderung und verhindert, dass größere oder besonders leistungsfähige Standorte allein aufgrund ihrer Größe und ihrer Abluftvolumenströme regulatorisch benachteiligt werden.
Nach unserer Meinung kann das Ergebnis am Ende nur R01 oder A01 werden. Jeweils mit einem MRF von 0,1%. So könnte der Webfehler im ursprünglichen Entwurf der Beschränkung beseitigt werden.
Wir werden sehen.
Vecco Vorstand